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Argenteuil ehrt Lorraine-Dietrich

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Wie so oft zu dieser Zeit beginnt das Abenteuer mit etwas von allem außer dem Auto. Es muss gesagt werden, dass sie noch stammelte, als Baron Eugène de Dietrich in Luneville eine Fabrik zur Montage von Eisenbahnwaggons gründete. Adrien de Turckheim, sein Neffe, wird dann mit Unterstützung seines Bruders Eugène das Unternehmen diversifizieren, indem er die Automobile „de Dietrich et Cie“ auf den Markt bringt. 1905 zogen sich die Dietrichs aus dem Geschäft zurück, aber das neu gegründete Unternehmen trug weiterhin einen Teil ihres Namens: „Société Lorraine des ancien Establishments de Dietrich et Cie de Luneville“.

Es ist dieses Unternehmen, das allgemein Lorraine-Dietrich genannt wird. Das Emblem, das sie wählt, ist symbolisch mit dem lothringischen Kreuz. Zu bedenken ist, dass zu diesem Zeitpunkt noch der Frankfurter Frieden von 1871 in Kraft ist und Elsass-Mosel vom Deutschen Reich annektiert ist. Das Werk in Luneville wird zu klein und ist vor allem technisch bereits veraltet. 1907 wurde die zweite Fabrik in Argenteuil gegründet.

Ort der Automobilgeschichte

Die Fabrik produzierte bis 1935 „Lorraine“-Personenwagen. Es ist diese Industriegeschichte, die hier vom französischen Verband der Oldtimer (FFVE) und lokal gewählten Vertretern gefeiert wird. Das Schild ist Teil der Serie ‘Ort der Automobilgeschichte’, in der unter anderem dabei waren:

  • Georges Mothron – Bürgermeister von Argenteuil
  • Xavier Péricat – 1. stellvertretender Bürgermeister von Argenteuil
  • Laurent Heriou – Berater des Präsidenten der FFVE
  • Philippe Leroux – Präsident des Clubs Lorraine-Dietrich
  • Laurent Roux – Generaldirektor von Garac

Zu diesem Anlass wurden mehrere historische Autos mit fünf Lorraine-Dietrich zusammengebracht. Das Rathaus von Argenteuil empfängt in seiner Halle ein Auto aus dem Jahr 1910. Die bei der Zeremonie anwesenden Lothringer machten eine Tour durch Argenteuil. Das sind ehrwürdige Roadster und Limousinen. Der “gerade blaue” ist ein Typ B 3-6 Sport Spider von 1927. Der grüne ist ungewöhnlicher, da es ein Typ 72 mit 6 Rädern (8 die beiden kleinen vorne mitgezählt) unter Tatra-Lizenz (6×4) ist. Auch Citroën Traction (gebracht von „La Traction universelle“ mit Sitz in Argenteuil) sowie ein Bugatti Typ 57 waren mit von der Partie.

Von GARAC verwöhnte Schönheiten

Diese Lorraine-Dietrich wurden von der GARAC National School of the Professions of the Automobile (Lerngruppe der Autoreparatur und des Fahrrads bei ihrer Gründung) mitgebracht. Der GARAC ist auch ein Stück französische Automobilgeschichte. 1947 gegründet, wurde GARAC von Fachleuten der Branche gegründet, um den erheblichen Schulungsbedarf zu decken.

Letztes Stück Geschichte, die hellblaue Lorraine #6. Es war ein B3-6, der die 24 Stunden von Le Mans 1926 gewann, es war die 4. Ausgabe und das französische Auto gewann gegen die Bentleys. Lorraine gehörte zu den besten Rennwagen der Zeit mit den zweiten Plätzen in 23, 24. 1925 führten de Courcelles und Rossignol einen Lorraine-Dietrich B3-6 ein. Rossignol wiederholt mit Bloch. Sie liegen vor de Courcelles und Mongin, dann Stalter und Brisson. Dreifach Lorraine-Dietrich, dreifach Franco-Französisch. Dies wird Lorraine-Dietrichs letzter Auftritt in Le Mans sein.

Argenteuil und das Automobil, eine ziemliche Geschichte

Die große Wirtschaftskrise von 1929 wird das Unternehmen in Bedrängnis bringen. Mit einer während des Ersten Weltkriegs erworbenen Vergangenheit in der Luftfahrt wurde Lothringen vom Staat dazu bestimmt, mehrere Luftfahrtakteure um sich herum zu bündeln. Es war die Zeit der SGA (“Société Générale d’Aéronautique”). 1935 lief der allerletzte Lorraine-Dietrich vom Band in Argenteuil.

Das Unternehmen wurde 1941 von einem anderen Flugzeughersteller Gnome et Rhône übernommen, der seinerseits aus der Fusion der Unternehmen Gnome und Le Rhône hervorgegangen war. 1945 forderte die französische Industrie eine umfassende Umstrukturierung und Gnome & Rhône wurde in eine neue Einheit integriert, die “National Company for the Study and Construction of Aviation Engines”, alias SNECMA. Das Werk in Argenteuil wird ab 1949 von Marcel Dassault und Henry Potez (zwei Flugzeughersteller) übernommen. Dassault wird dort enorme Investitionen tätigen, um die heruntergekommene und teilweise zerbombte Fabrik wieder aufzubauen und zu modernisieren.

Dassault kaufte 1971 den Potez-Teil der Fabrik. Der Flugzeughersteller startete ein Sanierungsprogramm für das Gelände, das für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Mit 63.000 m2 und einer sehr reichen industriellen Vergangenheit ist es ein Erbe zum Wachsen.

Kreditfoto – © Nicolas Laverroux – Stadt Argenteuil

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