Ökologische Autos

8,6 % Gehaltssteigerung in Deutschland in der Automobilindustrie

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Laut Reuters, die eine „mit der Sache vertraute Quelle“ (nach der etablierten Formel) zitiert, ist Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, dabei, das Trinity-Projekt eingehend zu prüfen. Dieses autonome Elektroauto sollte ursprünglich um das Jahr 2026 kommen. Das Projekt könnte jedoch auf 2030 verschoben werden, und auch der Bau der neuen Fabrik würde überprüft. Die zentrale Frage lautet: Braucht es ein neues Werk oder reicht Wolfsburg?

Alle Investitionsprojekte werden auf den Prüfstand gestellt, um sie neu zu bewerten. Die globale Finanzlage ist nicht mehr dieselbe wie vor einem Jahr, als die Euphorie der „fast-post-covid“-Erholung die Stimmung anheizte. Vor dem Hintergrund von Inflation und vereinzelten Rezessionszeichen überdenkt ab sofort auch der führende (je nach Jahr zweitrangige) Automobilkonzern seine Pläne.

12 Handelsstunden

Wie dem auch sei, die IG Metall, Deutschlands größte Metallurgie-Gewerkschaft, übte Druck auf das VW-Management aus, um einen kräftigen Schub für die Arbeiter zu bekommen. Die Verhandlungen dauerten 12 Stunden, aber eine Vereinbarung wurde unterzeichnet: +8,6 % Erhöhung bis Mai 2024 für Mitarbeiter. Ja, es wird nicht nächsten Monat oder gar im Januar auf der Gehaltsabrechnung stehen.

125.000 deutsche Arbeitnehmer werden im Juni 2023 eine erste Steigerung von 5,2 % haben. Eine weitere Steigerung von 3,3 % wird für Mai 2024 erwartet. Wenn sich die weltwirtschaftlichen Bedingungen ändern, wird dieses Abkommen natürlich zweifellos in Frage gestellt. Als weiteren Bonus an die Mitarbeiter zahlt VW einmalige Prämien (steuerbefreit), um die deutsche Inflation zu bewältigen. 2.000 € im März 2023, dann 1.000 € im März 2024.

Eine Verallgemeinerung für die gesamte Elektrometallurgie

Diese Vereinbarungen betreffen tatsächlich fast 4 Millionen Beschäftigte in der Elektrometallurgie in Deutschland, und die Erhöhung um 8,6 % gleicht die deutsche Inflation nur teilweise aus, die beispielsweise im September 10 % über ein Jahr erreichte. Die Bundesregierung rechnet für 2023 mit einer Inflation von 7 %. Der Showdown zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern dürfte noch nicht beendet sein, da die Erhöhungen die inflationsbedingten Einbußen nicht kompensieren.

Über den Rhein hinweg wird das Abkommen jedoch begrüßt, da es der Wirtschaft ein wenig Luft verschafft, während drohende Blockaden zu spüren waren. „Warnstreiks“ fanden sogar Anfang November statt. Dies sind begrenzte Arbeitsunterbrechungen, um Entschlossenheit zu zeigen. Die Arbeitgeber wollten ihrerseits eine maximale Erhöhung von 8 % gewähren. Die Arbeitgeber beschworen das Risiko einer unkontrollierten Inflationsspirale (es gibt Inflation, deshalb erhöhen wir die Löhne, deshalb steigen die Preise, deshalb erhöhen wir die Gehälter usw.). Mit einem Lohnanstieg unterhalb der Inflation hoffen die Staats- und Regierungschefs, diese Spirale einzudämmen. Die Mitarbeiter ihrerseits strecken die Zunge heraus.

Diese Einigung in der Automobil- und Metallurgie im weiteren Sinne soll anderen Branchen den Weg zu den Verhandlungen und den möglichen Erhöhungsbeträgen weisen.

Unsere Meinung, von leblogauto.com

Von Frankreich aus gesehen ist eine Lohnerhöhung von 8,6 % ein Traum. Allerdings muss dies in Relation zur jeweiligen offiziellen Inflation stehen. Dieser Anstieg ist schließlich weniger stark als die deutsche Inflation. Einige Ökonomen halten es für eine gute Maßnahme, die Inflation nicht abzusichern. Am Ende sinkt die Kaufkraft der Mitarbeiter und das Risiko der Unzufriedenheit steigt.

Überzogene Lohnerhöhungen könnten letztlich auch die deutsche Industrie benachteiligen. Aber so weit sind wir noch nicht.

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